Meine fünfte Reitstunde endete mit einer Folge von intensiven Adrenalinschüben. Nach dem üblichen Einreiten mit Schritt und Trab folgte die Wiederholung des Galoppierens im leichten Sitz. Zu meiner Überraschung bemerkte ich, wie mein Reitlehrer auf der anderen Seite der Halle ein Hindernis aufbaute. Von mir nachgefragt antwortete mein Lehrer: In Nicaragua werden auch Baumstämme und andere Hindernisse zu erwarten sein, darum sei heute leichtes Springen angesagt.
Mein Herz rutschte in die Hose, aber ich folgte meiner Entscheidung mich jeder nicht unvernünftigen Herausforderung zu stellen. Bei den ersten Sprüngen landete ich mehr schlecht als recht. Ich war dankbar, dass ich überhaupt auf dem Pferd blieb. Meine Beine zitterten. Danach klappte es aber noch zweimal recht gut und ich konnte ungebremst weiter galoppieren. Dummerweise legte ich mich dann doch in einer der nächsten Kurven auf die Nase, oder besser auf meinen Hintern. Bei all dem gab mir mein frisch bei Ebay ersteigerter Reithelm doch ein subjektives Gefühl von mehr Sicherheit.
Was ich lernte: In Stresssituationen (um nicht zu sagen Panik-Situationen 🙂 ) sich entscheiden einen klaren Kopf zu haben und gelernte Aktionen, entgegen des natürlichen Reflexes, durchzuführen (z. B. das Pferd kurz vor dem Hindernis noch einmal anzutreiben).