Heute habe ich, sage und schreibe, 3 Stunden lang Schlüssel zu unserem Haus sortiert. Es sind 25 Schlösser an der Zahl. Wer bekommt welche, was haben die Mieter schon, was brauchen sie noch, welche Schlüssel zu unserer eigenen Wohnung bekommen Freunde, Eltern – Kellerschlüssel, Büroschränke, Briefkästen, Fensterschlüssel, Außentörchen, Gartenhütten, usw. was muss noch nachgemacht werden. Listen muss ich erstellen, wer welchen Schlüssel zu was hat. Nach Jahren weiß ich das nicht mehr (wie ich mich kenne). Und heute war nicht das erste Mal mal, das ich daran arbeite.
Unsere Krankenkasse hat sich gemeldet, dass wir uns nicht einfach so abmelden können. Ein neues Gesetz besagt, dass jeder, der ins Ausland zieht, eine Anwartschaft bei seiner Kasse weiterführen muss. Die sichert ihm das Recht wieder in seine Kasse eintreten zu können, wenn er wieder nach Deutschland kommt. Das kostet aber 41 Euro im Monat. Wäre es optional, hätten wir uns gründlich überlegt, ob wir uns das leisten wollen oder können. Aber da wir keine Wahl haben, ist es eben so. Ich bin ganz froh, dass wir diese Entscheidung nicht treffen mußten. Meistens entscheidet man sich zu sparen, aber wenn man „alt“ nach Deutschland zurückkommt und keine Krankenkasse einen aufnehmen will, dann könnte man ein Problem haben.
Schwierig war nur das Formular der Krankenkasse auszufüllen.
Arbeitgeber? Zahlt der Arbeitgeber den Beitrag? Ja, Gott zahlt irgendwie schon.
Rückkehr nach Deutschland? Das weiß auch nur Gott, unser Auftraggeber, er hat es uns nicht verraten. Adresse im Ausland unter der wir erreichbar sind? Es gibt keine so richtigen Adressen in Nicaragua, und keine Postzustellung. Ich habe einfach unsere Email Adresse angegeben, in der Hoffnung, dass wir darunter dann auch meistens erreichbar sind.
Andreas hat mir heute jedenfalls mitgeteilt, dass wir ab 1. April keinen Internet Zugang mehr haben und der Telefonvertrag gekündigt ist. Es wäre als hätte er mir mitgeteilt, dass mir in der letzten Woche in Deutschland meine Lebensgrundlage entzogen wird, der Boden unter meinem Füßen. Wie kann ich noch eine Woche in Deutschland ohne Internet überleben? Alle Recherchen, die meisten Abmeldungen, Anträge, Bestellungen, fast alle Kommunikation mit der Außenwelt
geschieht von meinem kleinen Hocker unter der Dachschräge an meinem Rechner und am Telefon. Und diese Ecke wird nun stillgelegt? Na ja, in Nicaragua wird es auch nicht viel besser, ist eben so. Das sind ja auch nur meine Emotionen, die sich querstellen, eine wirkliches Problem sollten ein paar internetfreie/telefonfreie Wochen nicht darstellen. Aber man kann sich ja mal beschweren…
Das Auto soll auch eine Woche vor unserer Abreise verkauft sein. Irgendwann ist eben Schluß hier. Aber das stört mich weniger.