Die Krätze und kein Strom

Als wir vor 3 Tagen vom Kinderarzt mit 3 Kleinkindern kamen, unterhielten wir uns im Auto darüber was die Diagnose „Skabies“ (Krätze) jetzt für das Kinderheim bedeutet: Alles heiß waschen (Bettwäsche, Kleidung, Handtücher, Plüschtiere). Da wir aber kein heißes Wasser im Kinderheim haben, bedeutet das entweder alles auf dem Gasherd kochen (fast nicht machbar bei 20 Kindern) oder alles nach dem Waschen in den heißen Trockner stecken. Während wir uns das so überlegten, rief uns Liane vom Kinderheim aus an, der Strom sei gerade endgültig abgestellt worden, da die letzten Stromrechnungen nicht bezahlt wurden. Ob wir mal beim Stromversorger vorbeifahren könnten. Wir nahmen also unseren Herzkranken 1-jährigen Gabriel auf den Arm und erklärten den Angestellten, dass Kinder wie er Nachts nicht ohne Ventilator schlafen könnten, da sie leicht überhitzen und dass wir alle Wäsche waschen müssten und so… Es half nichts, wir sind wohl 2 Monate im Rückstand und wir müssen erst zahlen. Da die Rechnungen aber ungewöhnlich hoch waren, wird das nicht sofort möglich sein.
Als wir im Kinderheim ankamen waren die Mitarbeiter über beide Nachrichten nicht so erfreut. Aber sie nahmen die beiden Kinder mit der Krätze trotzdem liebevoll in den Arm und machten sich ans Baden aller Kleinkinder in kaltem Wasser um sie zu kühlen.  

Da wir im Gästehaus bei Stromausfall auch kein Wasser haben, sind Andreas und ich dann gestern endgültig in unser Haus gezogen. Hier haben wir Wasser, wenn auch noch kein Internet. 

Offiziell ist der Strom im Kinderheim immer noch nicht angestellt worden, aber die Mitarbeiter haben es dann heute nicaraguanisch gelöst…. 

Gestern saß eine Riesenkröte in meiner Küche. Sie war größer als Andreas Faust und die Nachbarn meinten wir sollten sie bloß nicht berühren, sie seien giftig. Wir sollten sie mit Salz bestreuen, das würde sie töten. Wie grausam. Wir haben sie eingefangen und „ausgesetzt“. 

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