Pedro im Krankenhaus

Unser kleiner schwer verbrannter Pedro, muss nach seiner ersten Hauttransplantation alle 2 Tage zum Verbandswechsel ins Krankenhaus. Der wird unter Narkose gemacht. Andrea kümmert sich rührend um ihn Tag und Nacht. Da sie das auf Dauer nicht leisten kann, sind wir sehr dankbar dass eine Medizinstudentin gestern als Praktikantin aus den USA gekommen ist und uns 3 Monate unterstützen wird. Das Heim hat ja noch viele weitere Kinder, die besondere Förderung brauchen.

Am Montag haben sie Andrea im Krankenhaus erklärt, dass Pedro über Nacht stationär bleiben muss, da er eine Entzündung hatte. Sie blieb bei ihm, durfte sich aber weder hinlegen noch was zu essen oder trinken mit rein nehmen. Sie hat um Wasser gebeten, aber sie haben ihr einfach erklärt sie hätten keins. Es ist ja nicht immer ganz ohne Risiko hier das Leitungswasser zu trinken.

Auch Pedro durfte nicht trinken, da er sonst seinen Appetit verlieren könnte, sagten die Schwestern. Also hat er vor Durst geschrien (nach 18 Stunden ohne Trinken) und beim Fütterungsversuch um sich geschlagen. Er wollte eben trinken. Uns wäre es egal gewesen, wenn er nicht gegessen hätte. Er war ja krank und hatte eine Halsentzündung. 

Aber wer sind Andrea und ich, dass wir es besser wissen sollten?

Heute hat er eine durchsichtige, starre Kunststoffmaske bekommen, die nicht individuell für sein Gesicht gemacht wurde. Es wurde eine rausgesucht, die so etwas passt, die wir ihm so feste anschnallen sollen, dass die geschädigte Haut darunter weiß ist, also blutleer. Der Druck soll die Hautbildung fördern und weitere Narbenbildung verhindern und ohne Unterbrechung immer getragen werden. Sie sitzt aber an mindestens einer Stelle schlecht, so dass er schon nach 2 Stunden rote Druckflecken hatte.

Trotz dem Risiko, dass Andrea beim nächsten Termin im Krankenhaus in 3 Tagen fertig gemacht wird, weil sie ihm die Maske nicht angeschnallt hat und meint alles besser zu wissen, habe ich ihr geraten ihm die Maske nicht aufzusetzen. Sie muss besser angepasst werden.

Sie hat schon genug heftige Beschimpfungen hinter sich. Zum Beispiel, weil sie ihr Mobiltelfon zum Verbandswechsel mitgenommen hat, es sei „kontaminiert“. Aber Pedro auf demselben Laken die Windeln zu wechseln wo danach frisch Verbrannte verbunden wurden geht uns nicht in den Kopf!
Nach unserem Verständnis ist das dann „kontaminierter“ als ein Mobiltelefon.

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