Auf der anderen Seite des Flusses

Kartenvergrößerung hier klickenWir sind heute aus dem Süden des Landes westlich von Rivas (nördlich von Tola) zurückgekommen, wo wir an einem medizinischen Einsatz in einer entlegenen Region teilgenommen haben. Obwohl Andreas und ich die ganze Zeit in der selbst mitgebrachten Apotheke gearbeitet haben und die Verschreibungen des nicaraguanischen Arztes zusammengestellt und mit spanischen Erklärungen versehen haben, habe ich beim Austeilen der Medikamente manche Schicksale mitbekommen.

Wir arbeiteten mit einer lokalen Baptistengemeinde zusammen, die alle Mitarbeiter stellte, so dass wir insgesamt 90 Patienten behandeln und beraten konnten.

Wir hatten nur eine Nacht eingeplant, aber als wir nach einem langen arbeitsintensiven Tag einpackten, regnete es heftig und der Fluss über den es keine Brücke gibt, schwoll an. Wir waren ja schon gut vorbereitet und hatten statt dem Kleinbus der Hilfsorganisation, unseren höher gelegten Pickup wegen des Vierradantriebes genommen (Filmclip „Flussdurchquerunghier). Aber das was uns an diesem Abend am Flussbett erwartete war einfach zu gefährlich. Tiefster Matsch und ein Fluss der ca. Hüfthoch angeschwollen war, so dass uns die Einheimischen warnten. Viele standen am Flussbett und warteten, bis das Wasser zurückgehen würde, um dann durch den Fluss zu waten.

Vergrößerung: Andreas am Brunnen - Wasser zum DuschenDa es sowieso schon stockdunkel war und die Fahrt nach Managua im Dunkeln wegen der vielen „Hindernisse“ kein Vergnügen, sondern eher eine Gefahr ist, kehrten wir um.

Unsere Gastfamilie der Nacht zuvor lebte auf der anderen Flussseite, so dass wir eine neue Familie suchten mussten, die uns aufnahm. Spontan nahm eine Frau aus der Gemeinde uns mit. Dona Digna versorgte uns mit Reis und Bohnen und ihre Enkelin stellte ihr Bett zu Verfügung. Morgens schöpfte Andreas Wasser aus dem Brunnen und in der daneben gelegenen Dusche übergossen wir uns. Komplette Ansicht des Hofes Abtrocknen war etwas schwierig, weil die Dusche kein Dach hatte und es immer noch regnete. Das war aber nicht so schlimm, weil es morgens schon warm war und sogar ich kaum gefroren habe.

Mit der Bitte das Hausschwein photographieren zu dürfen, habe ich ein paar Aufnahmen von dem urigen Hof gemacht.

Vergrößerung: Andreas frühstücktBeim Frühstück unter einem Gemälde der Golden Gate Bridge musste ich darüber nachdenken, dass diese Menschen, die hier ihr ganzes Leben verbracht haben, sich das Leben und Treiben in einer Stadt wie San Francisco kaum vorstellen können. Und auch nicht brauchen, wenn sie hier glücklich sind. Diese beiden Welten, die wir kennenlernen durften, sind so krass unterschiedlich, dass man sich manchmal fragt, ob sie sich auf dem gleichen Planeten befinden.

Schreibe einen Kommentar