Heute haben sie Pedro abgeholt.
Pedro hat vor einem Jahr großflächige Verbrennungen dritten Grades erlitten und wie durch ein Wunder überlebt. Da seine Mutter sich aber nicht um seine medizinische Betreuung gekümmert hat und ihn vernachlässigt hat, wurde er vor ca. 9 Montaten vom Familienministerium ins Kinderheim gebracht. Wir haben seine transplantierte und vernarbte Haut täglich 2 Stunden lang behandelt. Außerdem Druckbandagen und eine Druckmaske im Gesicht angelegt. Und im Krankenhaus um seine Behandlung kämpfen müssen. Im wesentlichen hat Andrea sich eingesetzt.
Gestern ist Andrea abgereist um Weihnachten bei ihrer Familie in den USA zu vebringen. Sie hat uns und den Kinderfrauen noch ein „Lehrgang“ gegeben, wie wir Pedro richtig behandeln.
Und heute Nachmittag bekamen wir einen Anruf, dass das Familienministerium ihn seiner Familie zurückgibt. Zwei Stunden später standen dann 6 Leute im Kinderheim, ließen sich kurz seine Massagen und Bandagen erklären und nahmen dann das schreiende Kind mit. Den Vater hätten sie mitbringen wollen, aber den hätten sie nicht gefunden.
Wir alle, auch die älteren Kinder standen unter Schock. Er war ein Teil von uns. Wir haben ihn gesund gepflegt. Ohne weitere, richtige Behandlung wird alles wieder so schlimm wie es einmal war. Wir bettelten wenigstens eine Übergabe an die Eltern machen zu dürfen. Oder eine Übergangszeit haben zu können. Ja, ja..
Seine „Rückführung“ ist Teil des „Programa de Amor“ (Programm der Liebe) das sich die Regierung ausgedacht hat. Sie behaupten, dass 80% der Kinder ja nur wegen der Armut ihrer Eltern in Kinderheimen seien und alle nach Hause geschickt werden können. Und die anderen 20% sollen in nicaraguanische Pflegefamilien. Nach unseren Beobachtungen sind aber 80% der Kinder zu Hause misshandelt worden, manchmal schwer. Für manche wird das Programma de Amor zum „Programa de Terror“. Wir machen uns echt Sorgen um unsere Kinder.
Oh, Marion. Es tut mir so leid.–Irene