Es krabbelt bei uns

Daysi und DomingaVor 3 Wochen kamen Daysi und Dominga ins Kinderheim. Ihre Mutter hat beim Wäschewaschen im Fluss beide Beine durch einen herabstürzenden Felsbrocken verloren. Seitdem sitzen die Kinder zu ihren Füssen in einer winzigen Hütte in den Bergen und hoffen, dass der Vater etwas Essbares mit nach Hause bringt. Meistens ist das Kürbis, Reis oder Mais. So sind die Kinder völlig mangelernährt und die 7 1/2-Jährige sieht aus als wäre sie 4 Jahre alt. Sie kann weder das Alphabet noch kann sie bis 10 zählen. Auch die Farben kennt sie nicht. Malen konnte sie nur kleine Kringel. Nachdem wir jetzt ein wenig mit ihr gemalt haben, kann sie Figuren ausmalen und das gar nicht so schlecht.

Ihre Mutter wird gerade in der Rehabilitation eines Krankenhauses hier in Managua behandelt. Sie soll Beinprothesen bekommen und lernen sich selber zu versorgen. So lange werden die Kinder bei uns bleiben. Ich freue mich, dass wir die Gelegenheit haben, sie gut zu ernähren, mit Vitaminen zu versorgen, ein wenig was zu lehren, sie spielen zu lassen und für sie und mit ihnen zu beten. Auch wenn es nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein scheint. Aber eventuell können wir der Familie auch auf Dauer helfen.

Das Dumme für unser Kinderheim ist nur, dass sie nicht alleine kamen. Sie brachten eine Anzahl an Kopfläusen und Skabiesparasiten mit. Jetzt haben wir alle die Krätze, oder fast alle. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben das unter Kontrolle zu halten, aber es hat nicht so richtig geklappt. Den Erzieherinnen habe ich sehr eindringlich gesagt, dass die beiden separat bleiben müssen, aber so höflich wie sie sind, haben sie immer erst gewartet bis alle Gäste und Mitarbeiter die Kinder zur Begrüßung gedrückt hatten und Küsschen gegeben hatten und dann erst gesagt, dass sie Kopfläuse und Skabies haben. Soweit wir alle beurteilen können, haben wir keine Kopfläuse mehr. Aber die Krätze…..

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