Gabriel lacht und lacht…

Heute waren wir mit dem 16-Monate alten Gabriel bei seiner Kardiologin, die in einem privaten Krankenhaus Managuas praktiziert und dort auch Kinder aus armen Verhältnissen oder Kinderheimen kostengünstig behandelt.

Gabriel war in den letzten Wochen sehr vergnügt trotz seines schweren Herzfehlers. Aber bei dem Arztbesuch übertraf seine Freude alles. Neben der Ärztin kamen noch ein Kardiologe dazu und der Kardiochirurg. Gabriel lachte permanent, was weiß ich warum. Die Ärzte meinten, er würde wohl sehr viel Liebe bekommen. Ja, das glaube ich auch.

Bis vor ein paar Wochen hat er wenig gelacht, war oft schlapp und hatte regelmäßig Wutanfälle. Immer wenn er etwas nicht bekam was ihm wichtig war. Wir Missionare oder die Kinderfrauen, die ihn gerade betreuten haben es mit Geduld ertragen (auch wenn er nicht immer bekam was er wollte). Inzwischen ist er nicht mehr so wählerisch und isst alles was man ihm gibt und spielt mit dem was man ihm gerade anbietet. Und wenn es nur ein Stück Papier ist. Das wird dann eben zerknüllt und wieder glatt gemacht, unter Unständen eine Viertel Stunde lang.

Die Ärzte meinten dann noch er hätte sich gut entwickelt und sei gut genährt. Er würde bestimmt viele Hamburger und Hot Dogs essen. Der Arzt lachte als er das sagte und Gabriel lachte laut mit. Nein, nein, das isst er nie, meinte ich, er isst Gallo Pinto (das nicaraguanische Hauptgericht aus gebratenem Reis und Bohnen) – jeden Tag.

Jedenfalls war der Termin für uns nicht so hilfreich. Da die Ärzte in der Kinderkardiologischen Ambulanz weder ein Pulsoxymeter haben (um die Sauerstoffsätigung zu messen) noch einen Arzt haben, der eine Echokardiographie machen kann, haben sie sein Herz mit Stethoskop abgehört und die Sauerstoffsätigung nach Anschauen seiner Fingernägel eben geschätzt.

Da er in Nicaragua sowieso nicht operiert werden kann, wollen sie irgendwann, wenn ein Arzt aus dem Ausland kommt, wenigstens nochmal eine Echokardiographie machen lassen, damit wir mit dieser Diagnose dann ein Krankenhaus im Ausland finden, das ihn operieren könnte. Wir machen uns jetzt auf die Suche.

Als ich Gabriel ins Kinderheim zurück brachte, brauchte ich mich nicht mehr rauszuschleichen wie sonst, wenn ich etwas Zeit mit ihm verbracht habe, damit er nicht schreit. Ich habe ihm einfach gewinkt und „Adios“ gerufen und er hat begeistert gelacht, zurück gewinkt und fand das furchtbar lustig.

Hoffentlich schlägt sein Herz noch lange und lässt ihn lange so vergnügt sein. Wir beten dafür.

Schreibe einen Kommentar