Endlich Wasser – dachten wir …

Vergrößerung: WassertankDa wir hier fast täglich über viele Stunden kein fließendes Wasser haben, hatte unser Vermieter Mitleid mit uns und beschloss uns einen Wassertank zu bauen. Dieser Wassertank sollte auf dem Dach eines kleinen Häuschen im Garten stehen. Das sollte zudem einen Wasser- und Stromanschluss haben, damit wir in den 4 Quadratmetern unsere Waschmaschine reinstellen können. (Da unser Haus weder Abstellraum, Garage, Waschraum oder ähnliches hat, steht momentan die Waschmaschine in der Küche, aber dadurch ist dort kein Raum mehr für den Kühlschrank. Und ein wenig Abstellfläche kam mir gerade recht, da man mit einem Pflegekind und vorübergehenden Pflegekindern doch so allerhand Sachen rumstehen hat, wie Hochstühle, Kinderwagen usw.). Das finden wir total nett vom Vermieter, wir haben das nicht erwartet. Aber bei der Durchführung gab es so manches, bei dem uns wieder bewusst wurde, wie befremdlich so manches Arbeiten hier für uns ist

Ursprünglich waren dafür den Bau 7 Tage angesetzt. Mir ist etwas schleierhaft, wie sie ohne die ganzen Werkzeuge, die Andreas ihnen geliehen hat und ohne seine Hinweise, das Häuschen mit den Anschlüssen gebaut hätten. Na ja, irgendwann nach 10 Tagen stand es, aber ohne Tür, Anstrich, Fliesen und …ohne Tank. Das veranschlagte Geld war ausgegangen.Um wenigstens den Rasenmäher, die Gartengeräte und Kindersachen abstellen zu können, holten wir einen Schweißer, der uns eine einfache Gittertür einsetzte. Aber leider stand das Häuschen ständig unter Wasser. Das Rückschlagventil war verkehrt eingebaut, so dass bei niedrigem Wasserdruck ständig Wasser ausfloss. Andreas verschloss das Ventil.

Wir haben ein weiteres 2-jähriges Kind bei uns, das gerade Brechdurchfall hat, so dass der Frischwassermangel echt ein Problem wurde. Und wir erwarten nach Ostern Besuch aus Deutschland, es wäre zu schön gewesen durchgehend Wasser zu haben. O.K. sagte der Vermieter, er bringt den Tank, wir haben ja gerade die Miete bezahlt. Wir wunderten uns, das der Bauherr den Tank ohne weitere Maßnahmen auf das Dach stellte. Nee, befestigen bräuchte man den nicht (wir sind etwas besorgt wegen den Tropenstürmen die gerade aufziehen). Der Tank wäre ja immer voll Wasser. Das bezweifeln wir, denn sonst bräuchten wir ja keinen Tank. Zudem hat der Vermieter kein Rückschlagventil einbauen wollen.

KunststoffrohreAls das Wasser heute abgestellt wurde, drehten wir voller Freude die Zuleitung vom Tank auf. Es kam, wie es kommen musste: Der Tank war innerhalb von einer Stunde leer, obwohl ich nur Geschirr gespült habe. Plastik-WasserhahnDie Nachbarn haben sich sicher gefreut, das von irgendwo Wasser eingespeist wurde.Und die Bude steht ständig weiter Wasser, diesmal war es der unsachgemäß installierte Filter. Andreas montierte ihn ab, was nur durch Durchsägen der Kunststoffleitungen möglich war. Die ganzen Leitungen sind aus billigem Kunststoff und miteinander verklebt. Der Wasserhahn ist ebenfalls aus einfachem Plastik. Das nächste Leck ist nur eine Frage der Zeit. Der Wasserdruck, den wir hier haben, (wenn wir dann mal Wasser haben) ist enorm und man kommt sich beim Garten gießen vor wie ein Feuerwehrmann beim Löschen. Und der nächste Sturm kommt bestimmt und der Tank ist nicht befestigt.

Es wird in diesem Land oft soviel mit guter Absicht geplant und gebaut, aber knapp (oder grob) daneben – und alles ist umsonst. und man repariert und repariert. Es tut einem so leid für die Arbeit. Man möchte nicht hochmütig sein, oder besserwisserisch, aber es ist schwer an „knapp daneben“ etwas Gutes zu sehen. Wenn der Tank vom Turm runterfliegt, denkt man sich, hätte man doch lieber seinen Mund weiter aufgemacht.

Auf der anderen Seite unserer Gartenmauer ist jetzt eine Müllhalde. Dorthin haben die Arbeiter allen Müll geschmissen. Die Arbeiter werden sich denken, dass sie saubere Arbeit geleistet haben. Schließlich liegt ja kein Müll liegt im Garten. Wie in dem Bus, in dem ein Schild hing: „Sei kein Schwein, lass den Müll nicht im Bus, schmeiß ihn raus!“

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