Kinderheime werden geschlossen?!

Jetzt scheint es tatsächlich traurige Realität zu werden. So gut wie alle Kinderheime in Nicaragua sollen geschlossen werden. Das war zwar schon lange der Plan des Präsidenten (bzw. seiner Frau) aber anscheinend ging es ihm bisher nicht schnell genug.

Unsere KinderEr hat am Freitag ohne die Absegnung der Nationalversammlung die Ministerin des Amtes für Familie, Jugend und Kinder abgesetzt, eine Neue, Parteigenossin, eingesetzt und fast alle leitenden Mitarbeiter des Amtes entlassen. Das ist bereits die vierte Minister/in in diesem Amt in den nur 2 1/2 Jahren seiner Amtszeit.

Es war bisher in der Vergangenheit wirklich ein Misstand, dass Kinder in Heime gebracht wurden und dann dort vergessen wurden. Das Familienministerium hat sich oft jahrelang nicht mehr um diese Kinder bemüht. Ihre Fälle wurden nicht mehr geprüft und so sind Kinder in Heimen groß geworden, die hätten irgendwann in ihre Familien zurückgehen können oder hätten adoptiert werden können. Aber jetzt mit aller Macht das Gegenteil zu machen ist für viele Kinder und ihre Betreuer grausam.

Wir beten, dass für alle Kinder, die uns bisher anvertraut waren, gute Lösungen gefunden werden.

Die Aktionen des Präsidenten sorgen für zunehmende Unruhe im Land.

Heute sprach ich mit einem Kindermädchen, die zu mir sagte, ich könnte ja zurück in mein Land, aber sie, sie müsse hier bleiben. Sie erzählte mir, wie ihr langjähriger Nachbar, der nun einem der kommunalen „Volksräte“ vorsitzt und dort billig Reis uns Bohnen an die Bevölkerung abgeben soll, ihr nichts mehr verkauft. Sie sei keine Sandinistin. Sie verkaufen nur noch an Parteigenossen oder Sympathisanten.

Die Angst vor Benachteiligungen, wenn man nicht der Partei beitritt, macht sich überall breit. Mit Berechtigung.

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