Heute Morgen hatten wir einen heftigen Arbeitstag vor uns. Wenn ich Gabriel mit ins Kinderheim nehme, kann ich nicht so gut arbeiten. Irgendwie ist da immer der Konflikt, dass ich nicht leugnen kann seine Mami zu sein, aber ich mich um die anderen Kinder genauso kümmern möchte. Wenn wir ihn zu Hause lassen wollen, passt in solchen Fällen Luz auf ihn auf. Da Gabriel heute auch noch krank war, waren wir echt auf sie angewiesen. Sie kam wie verabredet um 7:30 und sagte, heute wäre eigentlich ein Feiertag (Allerheiligen), aber sie wäre trotzdem gekommen, da wir wahrscheinlich mit ihr gerechnet haben und sie kein Guthaben für ihr Mobiltelefon hatte um abzusagen. Bisher war der 2. November hier kein offizieller Feiertag.
Da Andreas als Personalchef das ja wissen sollte, hat er etwas verwirrt im Arbeitsrecht herumgesucht und dann im Internet recherchiert. Nichts zu finden. Ja, meint Luz, das könnte man ja auch nicht finden. Der Präsident hat das gerade erst am Wochenende im Fernsehen verkündigt. Dass alle am Montag (2. November) nicht zur Arbeit gehen bräuchten, sondern ihrer Toten gedenken sollten. Wer trotzdem arbeitet, bekommt es doppelt bezahlt.
Da wir momentan finanziell einen Engpass haben (gelinde gesagt), hätten wir den Dienstplan so gestaltet, das heute eben nur eine Basisversorgung der Kinder stattgefunden hätte und wir Missionare mehr eingesprungen wären. Aber wenn man die mehrstündigen Ansprachen des Präsidenten am Wochenende nicht hört, weiß man wieder nicht welche Geschenke er dem Volk gemacht hat. Von denen man als Arbeitgeber vielleicht was wissen sollte. Die Schulen waren jedenfalls z.T. geschlossen, das Gesundheitszentrum und die Ämter auch. Manche Geschäfte hatten geöffnet.
Ja, was soll man dazu sagen?