Palmen und Internetkabel

Heute haben wir in der Morgenhitze (die ein wenig weniger ist als die Mittagshitze) unsere ersten beiden kleinen Palmen im Vorgarten gepflanzt. Es hat ein wenig Aufsehen erregt. Die Arbeiter und Gärtner der anderen Häuser haben ihre Arbeiten unterbrochen um uns zuzusehen. Ein Gärtner kostet pro Tag ca. 5 Euro und so sieht man hier so gut wie nie einen Westler selber in seinem Garten schwitzen.

Palme und InternetkabelWir kamen auch nicht weit. Die ersten 10 cm waren leicht auszuheben, danach tat sich nichts mehr. Der Spaten brach fast ab. Steinharte Erde. Der Gärtner von gegenüber rief uns zu: Harte Erde! Ja, meinte ich, harte Erde. Nach einer weiteren halben Stunde kam er vorbei geschlendert und hat sich neben uns gestellt. Wir haben ihn dann gefragt, wie er das machen würde. Ja, mit einer Stange natürlich. Ob er eine habe, wollte ich wissen. Klar, er holt sie. Und so half er uns mit seiner langen, schweren, angespitzen Eisenstange und innerhalb von einer halben Stunde, hatten wir die beiden Palmen in der Erde.

Rechts im Bild sieht man übrigens das Internetkabel, das gestern gelegt wurde. Eine langwierige Geschichte, da die Techniker immer kamen wenn wir nicht zu Hause waren.  Wir haben unzählige Male angerufen und sie gebeten uns vorher wissen zu lassen wann sie kommen. Als wir gestern um 16 Uhr gerade das Haus verlassen wollten, da wir im Kinderheim erwartet wurden, standen sie vor der Tür. Endlich wären wir da, sie hätten am Morgen ja keinen angetroffen. Den Termin im Kinderheim mussten wir dann verschieben, sonst hätten wir noch Wochen lang kein Internet!

Und dann haben wir verwundert festgestellt, dass sie nur durch die Decke ein Loch bohren wollten, da sie es nur manuell machen konnten. Aber wir hätten gerne das Loch in der Wand, neben einer Steckdose. Ja, das wäre gut, meinten sie, aber eine Bohrmaschine besitzen sie nicht. Andreas brachte seine an und fasziniert haben sie sie begutachtet. Irgendwo  in der Wand haben sie angesetzt zu bohren und wir riefen immer: „Moment, da wollen wir es aber nicht!“ Wahrscheinlich fanden sie uns kompliziert. Aber hätten sie da gebohrt wo sie planten, wären sie an einer Säule rausgekommen und der Bohrer hätte nicht gereicht. Also holten wir Zollstock und haben es ausgemessen. Das fanden sie auch hochinteressant. 

Dann haben sie das gelegte Kabel an die oberirdisch neben den Stromleitungen verlaufende Internetkabel angeschlossen und haben uns ohne Konfigurationsdaten zurückgelassen. Dazu kämen dann morgen die anderen Techniker. Als hätten wir morgen nicht schon was geplant. Wir sind also heute brav zu Hause geblieben, haben Palmen gepflanzt und sie kamen tatsächlich heute!! Wir haben eine stabile Internetverbindung! Wenn wir Strom haben… 

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