Die Überlandbusfahrer streiken seit 8 Tagen, weil die Benzinpreise gestiegen sind. Wir müssen immer durch eine Barrikade aus lauter Busen, Polizisten und Busfahrern wenn wir nach Managua runter fahren. Letztens wollten wir einige Menschen, die deshalb zu Fuß unterwegs waren, auf unserer Pick-up Fläche mitnehmen, haben es aber Gott sei Dank nicht getan. Wir wären angehalten und unter Umständen wäre unsere Auto beschädigt worden, weil wir den Streik gebrochen hätten. Sagt unser Nicaraguanischer Freund Joel. Er ist zwar erst 22 Jahre alt, weiß aber alles über Nicaragua, glauben wir, oder wollen wir glauben. Der Präsident hat eine Senkung der Benzinpreise versprochen, wie jedes Jahr. Die steigen dann aber in wenigen Tagen wieder (sagt Joel).
Seit Tagen wird der Strom wieder für einige Stunden täglich abgestellt. Wir hatten gerade eine Technik mit unseren beiden Ventilatoren entwickelt, die die Mosquitos von uns abhielten. Jetzt denken wir uns was neues aus.Da es um 18:30 schlagartig dunkel wird, kann man Abends ohne Strom nicht mehr so viel tun. Wir gehen dann um 20 Uhr ins Bett und stehen um 4:30 auf. Der Morgen ist dann trotzdem zu kurz…
Heute hat die Regenzeit mit heftigen Regengüssen begonnen. Endlich, sagen die Nicaraguaner, die auf Regen warteten. Wir waren nicht darauf vorbereitet. Ich musste durch viele Pfützen mit meinen Ledersandalen um die 3 Tore zum Kinderheim zu öffnen als wir heute nach Hause kamen. Ich bin mal gespannt wie die armen Leute, die an ihren Hütten keine Müllabfuhr haben, jetzt ihren Müll loswerden, da sie ihn jetzt nicht mehr so einfach anzünden können. Na ja, ziemlich oft schmeißen sie ihn sowieso einfach den Hügel vor ihrer Hütte herunter oder auf die Straße. Er liegt überall herum. Wie wenn durch Eschweiler ein Wirbelsturm fegt und alle gelben Tonnen umfliegen würden. So sieht es hier immer und fast überall aus, in diesem eigentlich so schönen Land.