Dieser kleine Junge verkauft, wie viele andere, an einer befahrenen Kreuzung in Managua Kaugummis, vermutlich den ganzen Tag. Wenn die Ampel rot ist, geht er von Autofenster zu Fenster. Er ist so klein, dass er bei unserem höhergelegtem Auto gar nicht an die Scheibe reicht und vorbeigeht. Es bricht einem das Herz. Wenn die Jungs älter werden verkaufen sie andere Sachen oder werden irgendwo ein selbsternannter Parkwächter. Leider empfindet man dann diese etwas älteren Kinder nicht mehr als süß, sondern als lästig oder bedrohlich und man schickt sie weg. Irgendwie verständlich, dass die Eltern dann gerne die kleinsten auf die Straße
schicken.
Es gäbe noch so viele Kinder hier die Hilfe bräuchten, aber man kann nur einer Auswahl helfen. Manche der Kinder im Kinderheim waren vorher Straßenkinder und wenn ich sie sehe, freue ich mich, dass sie jetzt bei uns in einem der Heime leben können. Wie dieser Junge rechts auf dem Bild.
Egal wo wir parken, immer kommt ein Junge oder ein Mann angelaufen und erklärt, dass er auf unser Auto aufpasst. Dann erwartet er wenn man wegfährt 5-10 Cordobas, umgerechnet ca. 30 Euro Cent. Das klingt nicht nach viel, aber wenn wir täglich 3-4 Stellen anfahren, wird es zusammen mit all den anderen Trinkgeldern zu einem Posten im Budget. Wenn wir jedoch den selbsternannten Parkwächter sagen, dass wir ihren Schutz nicht brauchen, wissen wir nicht was passiert. Oder was passiert wenn wir nicht zahlen und das nächste Mal vor dem Geschäft oder dem Amt parken…
Die Grenze zwischen Trinkgeld, Schutzgeld und Schmiergeld ist hier oft nicht so klar.