Krankenhäuser

Heute waren wir mit einem amerikanischen Gynäkologen Dr. Stefans (Name geändert) in 2 Frauenkrankenhäusern in der Nähe unseres Hauses. Ich habe für ihn übersetzt. Er ist Dozent und Gynäkologe in einem akademischen Krankenhaus für Gynäkologie und Geburtshilfe in North Carolina und wollte sehen, ob er irgendwie in der Zukunft helfen kann.

Es war wie ich es erwartet habe, aber trotzdem traurig zu sehen. Im ersten Krankenhaus warteten viele Frauen (vielleicht 100), fast alle mit kleinen Kindern auf dem Schoß oder an der Brust, geduldig auf Behandlung. Man hat uns die Behandlungszimmer gezeigt, die fast alle zwar sehr arm, aber sauber waren, aber leider auch nicht besetzt waren. Ob es an Mangel an Personal lag? Ich weiß es nicht.

Die Chefärztin erklärte uns, dass die Ärzte sich Fortbildung wünschten (in Ultraschall, Operationstechniken, Laparoskopie), sich das aber meistens nicht leisten können, da sie dazu oft ins Ausland müssten. Man muss wissen, dass ein Arzt im Krankenhaus nur ca. 200 Dollar verdient. Die Ärzte arbeiten deshalb in der Klinik nur bis 13 Uhr täglich und haben dann noch ihre private Praxis Nachmittags. Oft streiken die Ärzte hier auch monatelang.

Es fehlte in den Krankenhäusern an allem. Das, was sie dann hatten, war oft aus dem Ausland gespendet. In der einen Klinken waren 10 Frauen, die heute einen Kaiserschnitt bekommen sollten. Es waren zwar genug Ärzte und genug OP-Räume vorhanden, aber nur 3 sterilisierte Instrumentensets zur Verfügung, da der 34 Jahre alte Sterilisator mal wieder kaputt war.

Dr. Stefans bot an, mit einem Kollegenteam irgendwann einmal 1- 2 Wochen zu kommen und in dem Bereich zu helfen, in dem sie es am nötigsten brauchten oder es wünschen. Die Chefärztinnen waren jeweils sehr offen und dankbar für das Angebot. Er wird sich jetzt um Spenden bemühen, so dass sie gebrauchte Ultraschallgeräte, Koloskope und Laparatomieausrüstung kaufen können und mit einem Team wiederkommen, die die nicaraguanischen Ärzte in dem Gebrauch dieser Instrumente unterrichten.

Außerdem können sie nachmittags operieren, da die OP Säale dann nicht gebraucht werden (da die Ärzte nur bis 13 Uhr in der Klink sind).

Zwischen den Klinikbesuchen haben wir Mark, ein Missionar des Kinderheimes, in eine arme Wohngegend der Stadt begleitet, wo er mit einem Team von Helfern ca. 100 Kinder gespeist hat. Sie bekamen alle mit Gemüse und Huhn gemischten Reis.

Andreas und ich hatten Spaß mit den Kindern. Sie haben sich oft zu uns gesetzt und haben uns ausgefragt.

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