Bei den Campesinos in den Bergen

Gestern sind wir nach dem Sprachunterricht in die Berge gefahren, da wir von einer Siedlung von Ureinwohnern gehört haben, die dort noch einer alten Tradition der Stoffwebens nachgehen. Es war eine sehr abenteuerliche Reise, da die Straßen nicht asphaltiert sind und es gerade Regenzeit ist. Aber es hat sich gelohnt. Die Landschaft war wunderschön, wenn es auch ein wenig schmerzt, dass da, wo früher tropischer Regenwald war, alles abeholzt ist und die Hügel mit Feldern bedeckt sind. Mais, Bohnen, Kaffee. Wenn der Boden nicht mehr viel hergibt wird neues Land gerodet. Aber wunderschön war die Hügellandschaft trotzdem. Und da ganz oben, fast am Ende der Welt, entdeckten wir ein kleines Häuschen mit einem gepflegten Blumengärtchen mit dem Schild: „Webstoffe“. Eine groß gewachsene, weißhaarige Frau, die ganz bestimmt nicht aus dieser Gegend stammt, kam aus dem Haus küßte uns zur Begrüßung, hieß uns willkommen und fragte nach unserer Herkunft. Es war wie im Märchen.

Vergrößerung: Marion und die ArgentinierinDiese liebe Argentinierin lebt seit 23 Jahren dort oben und hat das alte Kunsthandwerk, dass so gut wie ausgestorben war, wiederbelebt. Sie beschäftigt 4 einheimische Frauen, verkauft die Stoffe und die daraus hergestellten Taschen und verdient daran selber nichts. Ich habe mir ein paar Beutelchen gekauft, natürlich die in grüner Farbe. 

Sie hat so viele Enttäuschungen erlebt in dem Versuch diesen Menschen zu einem besseren Leben zu verhelfen. Wir haben viel von ihr gelernt und sie war froh mal mit jemanden reden zu können. Ich bewundere ihren Idealismus, ihr Engagement und ihre Liebe zu diesen Bergbewohnern noch in ihrem Alter von fast 70 Jahren. Auf jeden Fall werden wir sie noch einmal für ein paar Tage dort besuchen, wenn wir mehr Zeit haben.

Vergrößerung: Unsere neuen BananenstaudenDann sind wir dort von Häuschen zu Häuschen gelaufen und haben gefragt ob uns jemand Bananenstauden verkaufen könnte, aber wieder schien uns keiner welche besorgen zu können. Als wir uns bei der Argentinieren verabschieden gingen, kam dann doch ein Campesino und sagte er hätte Stauden, für umgerechnet 15 Cent das Stück. Da die Bauern hier oben fast kein Geld verdienen und nur von dem Leben was sie selber in ihren Gärtchen haben (Mais und Bohnen) hatte er keine Vorstellung was er für 1m hohe Stauden verlangen kann. Wir gaben ihm etwas mehr dafür und er grub uns einige Ableger seiner Bananen aus.

Heute sind wir dann wieder nach Managua gefahren und kamen am frühen Abend zu Hause an, so dass wir die Pflanzen noch einpflanzen konnten. Bald haben wir einen kleinen Bananenwald im Garten, der dem Haus auch ein wenig Schatten spendet. Es ist ja soooooo heiß hier. Ich hatte das in den Bergen fast vergessen. Schwitz…..

Außerdem haben wir wieder Skorpione getötet, die sich in unserer Abwesenheit in unserem Haus eingerichtet hatten. 

Ein Gedanke zu „Bei den Campesinos in den Bergen

Schreibe einen Kommentar