Wir haben 3 Tage mit einem kleinen Team
Amerikaner auf der Kaffeefinca der Familie unseres Pastors verbracht. Die jungen Amerikaner waren im Wesentlichen zum Lernen hier und so haben wir diese Fahrt in die Berge nördlich von Matagalpa organisiert.
Die Finca war sehr, sehr einfach und sehr entlegen. Von der nächsten Stadt etwa 2 Stunden entfernt, kein Telefon-, Mobilfunk oder Internetempfang, kein Fernsehsignal. Nur Berge, Täler, grüne Hügel, Berge, Urwald, Kaffeeplantagen, Bananen, einfache Hütten und einfache Menschen, die davor saßen.
Zunächst war ich beeindruckt von den „lieben“ Kinder, die so ruhig vor ihren Hütten saßen und schämte mich für unseren impulsiven und quicklebendigen Gabriel, der immer zu meckern schien, wenn er nicht Ansprache, Spiele, Essen oder anderweitige Abwechselung hatte.
Ich habe mich ein wenig mit den Kindern in der Umgebung der Finca unterhalten. Die meisten gehen nicht zur Schule, weil ihre Eltern sie nicht schicken wollen; sie sollen zu Hause helfen. Ansonsten taten sie fast nichts, außer dasitzen und sich nicht schmutzig machen. Die Kinder und auch einige Erwachsene standen oft an unserer Tür oder am Fenster und schauten uns gespannt zu.
Ich glaube, sie staunten nicht schlecht über Gabriels Trotzanfälle. Ob die Kinder das hier nicht haben? Ich weiß es nicht. Ich habe noch lange auf dem Nachhauseweg über diese Kinder nachgedacht. Es ist mir wirklich lieber mein Pflegekind weiß was es will und verlangt Abwechselung, als dass er stumpf dasitzt. Natürlich imnnerhalb gewisser Grenzen, die er oft nicht einsehen will. Seufz…
Wenn Abends ein Video eingelgt wurde, schaute die Nachbarschaft vom Fenster mit. Den Jesus-Film fand ich passend, da die Lebensbedingungen der Bergbewohner denen zur Zeit Jesu echt sehr ähnlich sind.
An einem Tag fuhren alle (außer Gabriel und ich) mit einem ausrangierten Transport-LKW der nationalen Volksarmee der DDR (an dem alles zu klappern schien) so weit wie es ging in die Berge herauf. Danach ging es zu Fuß weiter, da es keine Straßen mehr gab, 2 Stunden teilweise sehr steil den Berg hoch. Oben warteten die Bergbewohner, die dort eine kleine Kirche errichtet hatten und freuten sich, dass Ausländer eine so weite Reise und einen so langen Fußmarsch auf sich nahmen um mit ihnen einen Gottesdienst zu feiern. Der Pastor der kleinen Gemeinde konnte nicht sehr gut lesen und konnte einen großen Teil der Bibel auswendig. Und unsere Amerikaner erzählten ebenfalls ohne Vorlage biblische Geschichten, die sie gelernt oder auswendig gelernt hatten. Die Menschen waren so dankbar.
An der Rundwanderung auf der Kaffeeplantage am nächsten Tag haben Gabriel und ich dann teilgenommen. Sehr interessant. Ich weiß Kaffee jetzt noch mehr zu schätzen. Und nicht nur Kaffee…







