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Vorbereitung auf Nicaragua

Estoy aprendiendo Español cada día.

Während Marion vormittags bei einem kölner Kinderarzt hospitiert, lerne ich parallel dazu in einem nahgelegenen Café Spanisch – bis der Kopf raucht. Es gibt so viele Zeiten im Spanischen, mehr als im Deutschen. Zurzeit wird an jedem Tag meines Spanisch-Kurses eine neue Zeit vorgestellt. Neben dem Perfekt und dem Imperfekt gibt es noch den sogenannten „Indefinido“. Wird eine Meinung, eine Möglichkeit oder eine Notwendigkeit ausgedrückt, dann muss man den „Subjuntivo“ verwenden. Je nachdem, wie sicher eine Handlung in der Zukunft ausgeführt wird, gibt es zwei unterschiedliche Zeitformen des Futurs. –
Und jedes Mal neue Endungen lernen inklusive der Ausnahmen der vielen unregelmäßigen Verben.

Genug gejammert. Bei all dem macht das Spanisch lernen viel Spaß.

Erste Hilfe Kursus

Mit Andreas habe ich gestern und heute einen Erste Hilfe Kursus besucht – zur Auffrischung unserer Kenntnisse. Es war wirklich hilfreich. In Nicaragua wird allerdings manches anders sein – Erstversorgung bis der Notarzt eintrifft, trifft dort nicht so. Welcher Notarzt soll da eintreffen? Aber so manch andere lebensrettende Maßnahme, bis man den Patienten irgendwo hingebracht hat, wo man eventuell (!) mehr Möglichkeiten hat, sollten wir kennen.

Den heutigen Kurstag mussten angehende LKW-Fahrer auch mitmachen. Ich habe nicht fassen können, wie desinteressiert manche waren. Die Einstellung: „Warum sollte ich meine Finger schmutzig machen? Soll das doch ein anderer tun“ wurde von manchen laut vertreten.

Der Interssenskonflikt zwischen uns, die wir freiwillig da waren und so viel wie möglich lernen wollten und denen, die teilnehmen mußten und schnell weg wollten war für uns unangenhem. Bei jeder Frage, die wir stellten, schnaubte der Typ neben uns. Wir haben uns sowieso schon sehr zurückgehalten.Schließlich einigten wir uns auf einen Kompromiss: Die Uninteressierten gehen ein wenig früher und wir stellen unsere Fragen dann.

Im Galopp über das erste Hindernis

Meine fünfte Reitstunde endete mit einer Folge von intensiven Adrenalinschüben. Nach dem üblichen Einreiten mit Schritt und Trab folgte die Wiederholung des Galoppierens im leichten Sitz. Zu meiner Überraschung bemerkte ich, wie mein Reitlehrer auf der anderen Seite der Halle ein Hindernis aufbaute. Von mir nachgefragt antwortete mein Lehrer: In Nicaragua werden auch Baumstämme und andere Hindernisse zu erwarten sein, darum sei heute leichtes Springen angesagt.

Mein Herz rutschte in die Hose, aber ich folgte meiner Entscheidung mich jeder nicht unvernünftigen Herausforderung zu stellen. Bei den ersten Sprüngen landete ich mehr schlecht als recht. Ich war dankbar, dass ich überhaupt auf dem Pferd blieb. Meine Beine zitterten. Danach klappte es aber noch zweimal recht gut und ich konnte ungebremst weiter galoppieren. Dummerweise legte ich mich dann doch in einer der nächsten Kurven auf die Nase, oder besser auf meinen Hintern. Bei all dem gab mir mein frisch bei Ebay ersteigerter Reithelm doch ein subjektives Gefühl von mehr Sicherheit.

Was ich lernte: In Stresssituationen (um nicht zu sagen Panik-Situationen 🙂 ) sich entscheiden einen klaren Kopf zu haben und gelernte Aktionen, entgegen des natürlichen Reflexes, durchzuführen (z. B. das Pferd kurz vor dem Hindernis noch einmal anzutreiben).

Kinderarztpraxis

Seit gestern hospitiere ich in einer Kinderarztpraxis bei einem netten Arzt (welcher Kinderarzt ist das nicht?) in Köln und lerne eine ganze Menge.
Da mir die Verantwortung für die Gesundheit und das Überleben meiner Patienten zu viel war, wollte ich ja eigentlich nie wieder als Ärtzin arbeiten. Aber wer kann diesen Entschluss beibehalten angesichts der Not in einem so armen Land wie Nicaragua?

Da ich überhaupt nicht weiß, wie die Kinder im Heim medizinisch versorgt sind, aber ich schon hörte, dass es da einen gewissen Mangel gibt, will ich mich dem auch stellen.

Cholesterin und andere Ähnlichkeiten

So, wir sind geimpft – zumindest gegen ein paar Krankheiten.

Der Optiker hat dann noch einmal unsere Sehschärfen bestimmt. Wir haben nach der Laser-OP beide noch eine Hornhautverkrümmung. Ungewöhnlich finden alle, dass es bei uns beiden so ist.

Ungewöhnlich waren dann noch die Ergebenisse unsere Blutwerte. Bis auf die typischen Unterschiede bei Mann und Frau waren einige Werte so ähnlich und grenzwertig, dass es auch den Arzt etwas verwunderte. Cholesterin bei beiden ehöht, aber der HDL/LDL-Quotient bei beiden super gut. Das liegt meist nicht an der Ernährung, sondern ist familiär bedingt.
Na ja, mich verwunderts ja nicht so – in einer Ehe wird man sich immer ähnlicher. Die Ausdruckweise, die Gestik, die Vorlieben, die Abneigungen, die Sehschärfe, die Blutwerte….

Während Andreas im Keller dann eine neue Zarge einbaute, habe ich mich noch eine Weile mit dem Finanzamt herumgeschlagen. Ich bin so froh, wenn wir unsere Abschlußbilanz endlich erstellt haben.

Vorsorge, Impfungen und Film

Wir waren heute beim Arzt zur letzten Vorsorgeuntersuchung. Leider übernimmt die Kasse kaum noch Leistungen. Ein großes Blutbild, Sonographie und EKG müssen selbst bezahlt werden. Auf meine Frage, ob die Kasse ein kleines Blutbild zahlen würden, wenn ich angebe, dass ich oft müde bin, erfuhr ich: „Ja, sagen Sie dem Doktor einfach, dass sie oft müde sind“.
Natürlich mache ich das nicht und zahle den Betrag selber, meine ständige Müdigkeit ist seit etwa einem halben Jahr weg. Dafür bin ich ja dankbar.

Die Kosten für die notwendigen Impfungen werden wohl so 250 Euro betragen. Vielleicht übernimmt die Kasse was davon? Wir werden es einreichen und sehen.
Ich frage mich, wie Missionarsfamilien mit Kindern die Impfkosten bezahlen…??
Wenn alle Impfstoffe da sind, wird nächste Woche geimpft. Für Gelbfieber ist es zu spät.

Der Film für den Aussendungsgottesdienst jetzt am Sonntag nimmt Gestalt an. Das Bildmaterial aufarbeiten und sinnvolle Texte dazu zu sprechen ist zeitraubend, aber hat uns auch wieder etwas Vorfreude auf die Arbeit in Nicaragua beschert. Wir versinken sonst so in „Abschlußarbeiten“ hier in Deutschland und müssen uns immer mal wieder mit der konkreten Aufgabe vor uns beschäftigen.

Neues Rezept und neue Infokarte

Ich habe heute ein neues Rezept erfunden, als Ersatz für Kartoffelpüree, den wir so lieben. Bei Managua wachsen wegen dem Tropenklima keine Kartoffel und die herbeigeschafften sind recht teuer. Und so habe ich kleine rote Linsen weichgekocht – das geht ja in wenigen Minuten –  sie püriert und mit Sahne und Salz abgeschmeckt. Lecker. Selbst die Farbe ist angenehm, gelblich.

Mit viel Mühe und mit Saschas Hilfe hat Andreas heute endlich unsere Infokarte fertig gestellt. Das liegt schon lange auf unserem To-Do-Stapel. Immer wieder haben Leute gefragt, ob wir denn keine Infos in Papierform haben, da sie keinen Internetzugang haben. Es geht in kleinen Schritten voran.

Versichert!!

Juhuuuu! Wir haben nun endlich eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, die für Nicaragua gilt.

Nur die Klausel, dass alle Belege innerhalb von 4 Wochen im Original eingereicht werden müssen, bereitet uns etwas Kopfzerbrechen. In Nicaragua gibt es kein zuverlässig funktionierendes Postsystem. Dokumente könnte man mit Fed-Ex oder UPS versenden, aber das kostet mehr als ein Arztbesuch. Na ja, irgendeinen Kompromiss werden wir mit der Krankenversicherung finden müssen.

Oder mit Gott, dass wir einfach nie krank werden -:)

Ich wiege unsere Sachen….

Heute haben wir uns nun endlich ein wenig mit dem Thema beschäftigt, ob und wie wir einige persönlichen Gegenstände des täglichen Bedarfs möglichst kostengünstig nach Nicaragua bekommen. Ein Budget dafür haben wir eigentlich nicht so eingeplant. Aber bei dem Gedanken alles neu besorgen zu müssen, was wir hier so alles noch haben, führte dann doch zu unseren heutigen Preisrecherchen. Nach Pensacola würden wir die Sachen zu 3,50 Euro pro Kilo bekommen. Von dort aus könnten Missionare, die nach Nicaragua reisen uns nach und nach was davon mitbringen. Das würde uns die horrenden Zollgebühren sparen, die die Nicaraguaner auf Umzugkisten „verhängen“.

Und jetzt wiege ich hier unsere Bücher und Kleider ab und überlege ob es dieses oder jenes medizinische Buch (das schon durchschnittlich 1 Kg wiegt) wert ist noch einmal 3,50 Euro dafür zu zahlen? Und ein Stapel von 10 älteren T-Shirts? (Der Kleidungsverschleiß ist in den Tropen viel höher als hier. Hitze, Sonne, Feuchtigkeit, Schweiß, kalt waschende Waschmaschinen, rote Erde, Schlamm, Schimmel… Wir sollten vielleicht alles mitnehmen, was wir an Sommerkleidung haben??) Aaaaaahhhh!! Ich weiß es nicht.

Ich bete, dass Gott uns das Richtige einpacken läßt.