Dieser kleine Junge verkauft, wie viele andere, an einer befahrenen Kreuzung in Managua Kaugummis, vermutlich den ganzen Tag. Wenn die Ampel rot ist, geht er von Autofenster zu Fenster. Er ist so klein, dass er bei unserem höhergelegtem Auto gar nicht an die Scheibe reicht und vorbeigeht. Es bricht einem das Herz. Wenn die Jungs älter werden verkaufen sie andere Sachen oder werden irgendwo ein selbsternannter Parkwächter. Leider empfindet man dann diese etwas älteren Kinder nicht mehr als süß, sondern als lästig oder bedrohlich und man schickt sie weg. Irgendwie verständlich, dass die Eltern dann gerne die kleinsten auf die Straße
schicken.
Es gäbe noch so viele Kinder hier die Hilfe bräuchten, aber man kann nur einer Auswahl helfen. Manche der Kinder im Kinderheim waren vorher Straßenkinder und wenn ich sie sehe, freue ich mich, dass sie jetzt bei uns in einem der Heime leben können. Wie dieser Junge rechts auf dem Bild.
Egal wo wir parken, immer kommt ein Junge oder ein Mann angelaufen und erklärt, dass er auf unser Auto aufpasst. Dann erwartet er wenn man wegfährt 5-10 Cordobas, umgerechnet ca. 30 Euro Cent. Das klingt nicht nach viel, aber wenn wir täglich 3-4 Stellen anfahren, wird es zusammen mit all den anderen Trinkgeldern zu einem Posten im Budget. Wenn wir jedoch den selbsternannten Parkwächter sagen, dass wir ihren Schutz nicht brauchen, wissen wir nicht was passiert. Oder was passiert wenn wir nicht zahlen und das nächste Mal vor dem Geschäft oder dem Amt parken…
Die Grenze zwischen Trinkgeld, Schutzgeld und Schmiergeld ist hier oft nicht so klar.
Diesen kleinen Frosch wollte ich unter dem Spalt der Eingangstür wieder nach draußen schieben, aber er sprang an der Tür hoch und versuchte sich festzuhalten. Dabei rutschte er immer runter. Es war süß.
Heute habe ich mir beim Schränke einräumen überlegt, dass ich nicht alle Kleidung in Plastikbehälter verstauen möchte. Es macht das Aussuchen von Kleidung jeden Morgen etwas schwierig. Das hatte ich gerade so überlegt, als ich wieder einen Skorpion in meinem Kleiderschrank fand. Na ja, dann doch Plastikkisten.

enden Insekten schnell erledigt. Den haben wir gesprüht und haben das Haus fluchtartig verlassen um im Männerhaus zu duschen. Noch wohnen wir ja im Frauengästehaus des Kinderheimes.
Die Überlandbusfahrer streiken seit 8 Tagen, weil die Benzinpreise gestiegen sind. Wir müssen immer durch eine Barrikade aus lauter Busen, Polizisten und Busfahrern wenn wir nach Managua runter fahren. Letztens wollten wir einige Menschen, die deshalb zu Fuß unterwegs waren, auf unserer Pick-up Fläche mitnehmen, haben es aber Gott sei Dank nicht getan. Wir wären angehalten und unter Umständen wäre unsere Auto beschädigt worden, weil wir den Streik gebrochen hätten. Sagt unser Nicaraguanischer Freund Joel. Er ist zwar erst 22 Jahre alt, weiß aber alles über Nicaragua, glauben wir, oder wollen wir glauben. Der Präsident hat eine Senkung der Benzinpreise versprochen, wie jedes Jahr. Die steigen dann aber in wenigen Tagen wieder (sagt Joel).
Als wir Abends ins Kinderheim Los Cedros zurückkamen, feierten die Kinder draußen auf der Wiese mit Kuchen und Lutschern den ersten Geburtstag von Gabriel. Er ließ sich auch ganz brav den Geburtstagshut aufsetzen, obwohl er sonst immer alle Versuche bekämpft ihm etwas anzuziehen. Ein aussichtsloser Kampf…Schön finde ich, dass die Wiese um das Kinderheim wenig Ameisen hat.