Gabriel wächst zur Zeit bei uns zweisprachig auf. Deutsch und Spanisch spricht er schon recht gut für einen Zweijährigen. Da wir selber viel Englisch sprechen (mit unseren amerikanischen Kollegen fast täglich), haben wir uns gefragt, wann und ob wir Gabriel die dritte Sprache beibringen sollen und wie.
Jetzt hat Gabriel selber entschieden. Vor einer Woche erklärte er mir; „Du Lianne, ich Walter!“ (Lianne ist unsere Kollegin und Walter ihr Adoptivsohn. Wenn die beiden bei uns sind, spricht Gabriel nicht viel, da er ja kein Englisch kann, sondern macht nur Komikgeräusche: Wow! Puff! Bum! Paff! Brumm, Brumm, Baaaahhh!, Ohhhh! Hahahaha, Ieeeee! usw.)
Er machte mir jedenfalls klar, dass ich Lianne spielen sollte und er Walter sei und sprach nur noch in Komiksprache mit mir. Er weigerte sich einfach mein Deutsch oder mein Spanisch zu verstehen und schüttelte immer den Kopf wenn ich ihm was sagte. Bis ich auf die Idee kam Englisch zu sprechen: „Walter, do you want to eat something?“ „Walter, come here!“, „Walter look at me“, „Where is your car, Walter?“ Mit Hilfe von Zeichensprache verstand er dann auch meistens was ich meinte. Und dieses Spiel spielt er seit einer Woche jeden Tag ca. eine Stunde mit mir. Er bestimmt wann und wo.
Heute Nacht brachten wir ihn ins Bett, beteten auf Englisch, er stimmte mir einem amerikanischen „Amen“ zu und als ich ihn fragte: „Do you want a kiss?“ sagte er „Yes“ und hielt mir die Wange hin. Wie süüüüss.