Die Hitze hier ist schwer erträglich. Viele Leute haben uns gesagt, dass wir uns sicher daran gewöhnen werden, aber das stimmt nur bedingt. Der menschliche Körper hat eine sehr enge Sollwerttemperatur, die gehalten werden muss, damit er nicht erfriert oder an Hitze Schaden leidet. Und so hören wir die Einheimischen mindestens genauso sehr wie wir über die Hitze stöhnen, und wir sehen wie sie die Sone meiden wenn möglich. Sie tragen langärmlige Hemden und Schirme um ihre Haut zu schützen, arbeiten langsam und in der heißesten Mittagszeit halten sie, wenn möglich Siesta. Wir müssen auch noch lernen mit den Temperaturen fertig zu werden und Gewohnheiten zu entwickeln, die uns helfen. Ich habe z.B. jetzt immer einen Schirm als Sonnenschutz dabei, das mehrmalige kalte Duschen täglich hilft und Putzarbeiten mache ich morgens um 5 Uhr und: langsamer als in Deutschland!.
Leider haben wir immer noch kein Mosquitonetz und die Mosquitozeit beginnt. Repellents wie Autan helfen, aber leider erwischen die Viecher immer noch die Stellen, die man nicht sorgfältig eingerieben hat oder nicht einreiben soll: Lippen, Augen und so. Ich schlucke Abends also ein Antihistaminikum was das Anschwellen und Jucken der Stiche verhindert und als netten Seiteneffekt müde macht. Aber aus medizinischer Sicht ist das Dummheit, da es keinen Schutz gegen die von Mosquitos übertragene Malaria und das Denguefieber ist. Also muss jetzt ein Netz her, sobald die Geschäfte nach dem langen Wochenende wieder geöffnet haben.
An die kleinen Eidechsen die an den Wänden unseres Zimmers hin- und herhuschen haben wir uns gut gewöhnt. Angeblich fressen sie auch Mosquitos deshalb sind sie uns willkommen.
Auch die dicken Brummer, die sich Abends immer auf uns fallen lassen, stören mich nur noch bedingt. Ihr lautes Brummen nervt, wenn man sich unterhalten oder konzentrieren will.
Seit einer Woche sind wir nun endlich in Nicaragua. Heute Morgen ist das deutsche Fernsehteam abgereist was uns bei unserer Ankunft in Managua bereits am Flughafen erwartet und gefilmt hat. Es waren sehr anstrengende Tage auch deshalb, weil es so heiß ist und man in den Tropen normalerweise nicht so viel in einen Tag reinpackt, wie wir es tun mussten um die Drehtage effektiv zu nutzen. 10 bis 12 Stunden am Tag gefilmt zu werden und dabei immer zu seinen Gedanken und Gefühlen interviewt zu werden ist kraftzehrend.