Wir haben Gestern unser gewünschtes Häuschen angemietet! Letzten August hatten wir uns ein Haus in dieser überwiegend von Nicaraguanern bewohnten Gegend an der Ausfallsstrasse zum Kinderheim Los Cedros angeschaut und hätten gerne schon reserviert, aber dann hätten wir direkt schon Miete bis jetzt zahlen müssen. Also haben wir gebetet, dass Gott uns das richtige „reserviert“. Das Haus ist schön, wenn auch einfach mit einem kleinen Garten. Einfach im Vergleich zu deutschen Häusern: es gibt nur kaltes Wasser, es ist kein Platz für eine Wasschmaschine vorgesehen, da draußen große Betonwaschbecken sind, in denen man die Wäsche schrubbt, es gibt zwar Fliegengitter vor den meisten Fenstern, aber die Ritzen zwischen Türen, Fenster und Rahmen sind enorm. Gestern hatten wir einen ganzen Schwarm Termiten im Wohnzimmer. Ich habe sie in Reinigungsmittel ertränkt, da ich nichts anderes hatte. Leider bin ich von einer gestochen worden und mein Fuß ist ziemlich angeschwollen.
Wir müssen uns jetzt entscheiden, ob wir einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine in die kleine Küche stellen. Wir tendieren dazu den Kühlschrank ins Wohnzimmer zu stellen, eine andere Wahl haben wir kaum, da ich die Wäsche nicht mit der Hand waschen will.
Die Vermieter haben versprochen noch Gitter vor die Fenster und Türen anbringen zu lassen, wie fast alle unsere Nachbarn haben. Da wir auch noch Ausländer sind, wird man am ehesten bei uns einzubrechen versuchen.
Unsere Vermieter sind so nett. Nachdem ich ihnen unsere „Liebe“ erklärt habe (siehe meinen vorletzen Blogeintrag) haben sie uns eingeladen sie besuchen zu kommen wenn wir Nicaraguanische Freunde wollen. Das wollen wir.
Den zweiten Teil unsere „Schnitzeljagd“ um die Autopapiere haben wir heute absolviert und haben 7 weitere Stunden in Ämtern und heißen Werkstätten verbracht. Die Belohnung, der Schatz am Ende sozusagen, war die kleine grüne Karte, die uns zum rechtmäßigen Besitzer unsere Autos erklärt. Wir nennen sie die Nicaraguanische „Green card“.
Heute haben wir begonnen unser neues Auto umzumelden. Man hatte uns gesagt, dass es 3 Tage Arbeitseinsatz erfordert und man könnte einen Rechtsanwalt beauftragen es für US$ 150 zu erledigen. Wir beschlossen das Geld zu sparen und es selber mit einem Einheimischen (Joel) zu machen, der Bescheid weiß und diesem dann US$ 25 zu zahlen. Wir machten uns mit Joel um 7:30 auf den Weg. Zuerst zum Straßenverkehrsamt den Laufzettel holen auf dem alles draufstand was wir machen mussten, zumindestens so mehr oder weniger. Und dann begann die „Managua-Schnitzeljagd“. Wir fuhren von einem Amt zum nächsten in Managua, insgesamt mussten wir 4 Mal eine Stellte zum Fotokopieren aufsuchen und an ca. 7 verschiedenen Stellen ca. 10 Zahlungen vornehmen. Die letzte Stelle an der wir Fotokopien machten, mussten war auf der vom Amt gegenüberliegenden Straßenseite fotokopieren gehen. Dort warteten 5 verschiedene Leute mit Fotokopierern auf dem Bürgersteig auf Kundschaft und die Vermittler zerrten an uns doch an ihrem Stand zu kommen.
An die kleinen Eidechsen die an den Wänden unseres Zimmers hin- und herhuschen haben wir uns gut gewöhnt. Angeblich fressen sie auch Mosquitos deshalb sind sie uns willkommen.
Seit einer Woche sind wir nun endlich in Nicaragua. Heute Morgen ist das deutsche Fernsehteam abgereist was uns bei unserer Ankunft in Managua bereits am Flughafen erwartet und gefilmt hat. Es waren sehr anstrengende Tage auch deshalb, weil es so heiß ist und man in den Tropen normalerweise nicht so viel in einen Tag reinpackt, wie wir es tun mussten um die Drehtage effektiv zu nutzen. 10 bis 12 Stunden am Tag gefilmt zu werden und dabei immer zu seinen Gedanken und Gefühlen interviewt zu werden ist kraftzehrend.